Stellungnahme zum Verkehrsentwicklungskonzept Oranienburg

Den Ausbau des Rad- und Gehwegenetzes bewerten wir positiv.
Untersuchungen des Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH deuten
darauf hin, dass bei der Nutzung von zweispurigen muskel-und elektrobetriebenen Gefährten stark steigende
Tendenzen zu erwarten sind. Wenn möglich sollte dies bei der Wegbreite Berücksichtigung finden.

Eine Ausweitung der Tempo 30 Zonen auf zahlreiche Hauptverkehrsstraßen inkl. der Hauptortsdurchfahrten
bewerten wir nicht positiv.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im durchgeführten Workshop zum Verkehrsentwicklungsplan die
deutliche Mehrheit der Teilnehmer einer Abstimmung zur Ausweitung der 30 Zonen enthalten haben. Im Protokoll
zum Workshop wurden lediglich die Dafür- und Dagegenstimmen aufgeführt. Wir hatten den Veranstalter um
Ergänzung der Enthaltungen gebeten.

Begründung:
Oranienburg liegt im Speckgürtel Berlins und erwartet aufgrund der Gentrifizierung einen Bevölkerungszuwachs.

Oranienburg ist letzter Anknüpfungspunkt an das Berliner Nahverkehrsnetz für Pendler, auch der äußeren Ortsteile
und auswärtige Pendler in 60 km Umkreis. Der Gemeinde obliegt die Verpflichtung, die Anbindung des ländlichen
Raums zu gewährleisten. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Pendler nach Berlin mit der Einwohnerzahl
zunimmt.
Auch in absehbarer Zukunft wird im ländlichen Raum das Auto das Hauptverkehrsmittel bleiben . Dies betrifft auch die
außen liegenden Ortsteile Oranienburgs.
Die Nahverkehrsanbindung in Oranienburg außerhalb der Kernstadt orientiert sich aus wirtschaftlichen Gründen
an den Schulzeiten. Vormittags überlagern sich Pendler- und Schulbeginnzeiten. Nachmittags und Abends sind
die äußeren Ortsteile teilweise nur noch mit einer Frequentierung von > 45 min bis zu 2 h über das ÖPNV Netz
versorgt. Die Akzeptanz des ÖPNV hängt stark mit der Dauer der Gesamtreisezeiten zusammen. Wartezeiten von
mehr als 20 min. führen im Allgemeinen zu einer Verringerung der Akzeptanz (Quelle InnoZ).
Zumindest zu den Berufsverkehrszeiten sollte die Anbindung der Ortsteile an den ÖPNV dahingehend erheblich
verbessert werden. Die vorgeschlagene Taktverdichtung tags 1 h/ nachts 2 h trägt dem nicht nicht Rechnung.

Beim Ausbau von geschwindigkeitseinschränkenden Maßnahmen auf den Hauptverkehrsstraßen, insbesondere
Einengungen der Fahrbahn, ist nicht auszuschließen, dass zu den Hauptverkehrszeiten auch die Buslinien
zeitlich betroffen wären. Der Nahverkehrsbeirat des Landkreises Oberhavel äußerte diese Befürchtungen im Workshop
sehr deutlich. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass Elektromobile Fahrräder ebenfalls Geschwindigkeiten von > 30 km/h
erreichen und sich mit Fußgängern und langsamerem Verkehr ins Gehege kommen.
Um den Verkehr zu Stoßzeiten schneller aus der Stadt abzuleiten, wäre eine Anpassung der Signalführung (Grüne Welle)
möglicherweise sinnvoll. Der alternative Bau einer zusätzlichen Brücke, um eine zweite Verkehrsachse zu diesem Zweck
zu schaffen, wird im Konzept nicht weiter verfolgt. Auch hier wäre eine zeitlich begrenzte Befahrung möglicherweise
Grundlage für einen Kompromiss. Im Workshop hat sich zum Bau einer weiteren Brücke ebenfalls ein deutlicher
Teilnehmerkreis seiner Meinung zu diesem Punkt enthalten. Dies wird im Protokoll zum Workshop nicht angegeben.
Auf Seite 138 des Konzeptes wird „eine deutliche Mehrheit“ Dafür erwähnt, ohne dies mit exakten Angaben
Dafür/Dagegen/Enthalten zu belegen.

Umweltfreundlichere Verkehrsalternativen bedürfen einem attraktiven ÖPNV als zentralem Kernelement zum
konventionell motorisierten Verkehr. Dieser muss hinsichtlich Linienführung und Taktung so attraktiv sein,
dass er tatsächlich als Alternative akzeptiert wird. „Die letzten 4 km zu den ÖPNV-Magistralen“ sind nach
Untersuchungen des InnoZ akzeptabel für das Rad als Alternative. Pendler und aussenliegende Ortsteile
Oranienburgs sollten davon nicht ausgeschlossen bleiben.
Birgit Kodian

Vorstandsvorsitzende Lokale Agenda 21 Oranienburg e.V.

Oranienburg, 26.07.2016

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